Der Altar 2017-04-06T12:57:24+00:00

Der Altar

Das spätgotische Retabel des Altars besteht aus Mittelschrein und Flügeln und steht auf einem gemauertem Sockel. In zwölf Maßwerkbaldachinen erscheinen in der Mitte Christus und die gekrönte Maria, rechts Paulus und Margareta von Antiochia, links Petrus und der Evangelist Johannes; in dem rechten Flügel Dionysios der Große, Katharina von Alexandrien und Laurentius; im linken Flügel Nikolaus, Barbara und Jacobus d Ä.
Auf dem Altarfuss steht folgende Inschrift:
„Ich bin das Brot des Lebens, wer zu MIR kommt, den wird nicht hungern und wer an MICH glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Joh. 6 V.35“
Die geschnitzen Figuren können in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts datiert werden und stammen wohl aus einer einheimischen Werkstatt. Leider wurden auch diese von Laien mit weißer Ölfarbe übermalt. Aus einem Schreiben vom Landesamt für Denkmalpflege an Pastor Dahl aus dem Jahr 1949 geht hervor, daß der Restaurator und Maler Carl Fey damit beauftragt werden solle, die weiße Farbe zu entfernen. Dieser stellte letztlich fest, daß die darunterliegende Bemalung aus dem 19. Jahrhundert stammen müsste. Zuvor trug das Sprengwerk noch eine dreieckige Kulisse, die im Zuge dieser Restauration entfernt wurde, da sie so wörtlich: „eine unbedeutende Arbeit darstellt“.

In der folgenden Tabelle finden wir einige Angaben zu den dargestellten Heiligen. Sie sind nicht vollständig, wie an dem ausgewählten Beispiel des Laurentius zu sehen ist.

Linker Flügel

Beschreibung Darstellung
Jacobus der Ältere 25.07. Patron von Pilgern und Reisenden gest. 44 n.Chr. Stab, Beutel, Palmzweig
Barbara 04.12. gest. im 3.Jhd. n. Chr. durch Steinigung, Patronin der Sterbenden Palmzweig und Turm
Nikolaus 06.12. Bischof von Myra, gest. 4. Jhd. n. Chr. in Lykien. Patron der Kinder und Seeleute Stab und Buch

Mittelteil

Johannes 27.12. Der Lieblingsjünger, gest. 101 n.Chr., Patron der Jungfräulichkeit Kelch, Symbol des ewigen Lebens
Petrus 29.06. Oberhaupt der Kirche, Patron der Maurer und Schiffbrüchigen, gest. 64 n.Chr. Schlüssel des Himmels, Buch
Maria 15.08. Mutter Gottes, Patronin der Christenheit und in allen Nöten Himmels-königin, Krone, Gewand
Christus Pantokrator, Krone und Weltkugel, die Mutter krönend und segnend
Paulus 29.06. Apostel und Heiliger, Arbeiter und Theologe, gest. 67 n.Chr., enthauptet in Rom Schwert und Buch
Margareta von Antiochien Nothelferin, Heilige, Patronin der Gebärenden, 307 n.Chr. enthauptet Schwert

Rechter Flügel

Dionysius 09.10. Bischof von Paris, Nothelfer, Patron der Schutzlosen, gest. 350 n.Chr. abgeschlagenes Haupt
Katharina v. Alexandrien 25.11. Nothelferin, Patronin der Müller und Stellmacher, gest. 307 n.Chr., Grab im Kloster Sinai Krone und Rad
Laurentius 10.08. Patron der Armen und bei Feuergefahr Rost und Palmzweig

Der heilige Laurentius

Der Namenspatron unserer Kirche ist der heilige Laurentius. Geboren vermutlich um 230 in Spanien, wurde er am 10. August 258 in Rom hingerichtet. Laurentius war Erzdiakon von Papst Sixtus II. in Rom zur Zeit der Christenverfolgung . Der Legende nach wurde Laurentius, nachdem der Papst von Kaiser Valerian festgenommen und enthauptet wurde, selber gefangen genommen, weil er die Herausgabe des Kirchenschatzes verweigerte und ihn unter die Armen verteilen ließ. Daraufhin erklärte er dem Kaiser, das diese Menschen der ware Kirchenschatz wären. Dieser kannte nun keine Gnade mehr und ließ Laurentius mit glühendem Metallplatten schlagen, der blieb aber standhaft und betete. Schließlich ließ ihn der Kaiser auf einem Rost zu Tode brennen. Kurz vor seinem Tod soll Laurentius noch gesagt haben: „Der Braten ist schon fertig, dreh ihn um und iß“.
Laurentius ist u.a. der Patron von Bibliothekaren, Köchen, Bierbrauern Wirten, Verwaltern, Konditoren, Glasern, der Feuerwehr und von Schülern und Studenten; gegen Pest, Fieber und die Qualen des Fegefeuers.

Die Tränen des Laurentius

Ein kosmisches Phänomen sind die Tränen des Laurentius. Jedes Jahr in der Nacht vom 12. auf den 13. August ist ein Sternschnuppenregen am Himmel zu sehen. Im Volksmund bezeichnet man diesen Regen als die Tränen des Laurentius, der am 10. August verbrannt worden ist. Diese Sternschnuppen sind Gesteinsbrocken des Kometen Swift-Tuttle und es scheint so, als ob diese aus dem Sternbild Perseus stammen.